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Als 1969 der damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Helmut Kohl an die Neugliederung der Gemeindestruktur ging, waren hiervon die kleineren Ortsgemeinden in besonderem Maße betroffen. Nach langen Diskussionen und Verhandlungen zwischen dem Land und den kommunalen Gebietskörperschaften, Landkreise und Gemeinden, beschloss der Landtag eine neue Gemeindeordnung. Statt den bisherigen gemeinschaftlichen Bürgermeistereien, die für die kleinen Gemeinden gemeinsam die Verwaltungsgeschäfte erledigt hatten, sah das neue Kommunalrecht die Bildung eines neuen Typs einer Gebietskörperschaft vor: die Verbandsgemeinde. Diese betreut nicht nur die Verwaltungsgeschäfte der Ortsgemeinden sondern - und dies war neu - hat eigene Aufgaben wahrzunehmen, u.a. im Bereich der Schulen, des Brandschutzes, des Baus und der Unterhaltung von zentralen Sport- und Freizeitanlagen, der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung sowie der Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung.
Im Zuge dieser großen Verwaltungsreform wurde 1971 die neue Verbandsgemeinde Untermosel gebildet. Dies war sicherlich mit manchem kommunalpolitischen Risiko behaftet, mussten sich doch die 14 Ortsgemeinden aneinander gewöhnen. Denn diese Orte gehörten zuvor nicht nur unterschiedlichen Bürgermeistereien an, nämlich den Ämtern Brodenbach, Winningen und Münstermaifeld. Sie waren auch drei unterschiedlichen Landkreisen, St. Goar, Koblenz und Mayen, zugeordnet. Seit dieser Reform gehören die Moselorte Alken, Brodenbach, Burgen, Dieblich, Hatzenport, Kobern-Gondorf, Lehmen, Löf, Niederfell, Oberfell und Winningen sowie die zum Hunsrück gehörenden Dörfer Macken und Nörtershausen-Pfaffenheck
und das zum Maifeld zählende Wolken zum Gebiet der Verbandsgemeinde Untermosel.
Nach der ersten Kommunalwahl wählte der neue Verbandsgemeinderat Anton Gräf zum ersten Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Entsprechend den Regelungen des neuen Kommunalrechts betrug seine Amtszeit 10 Jahre. Der neue Bürgermeister führte zunächst seine Geschäfte von den Räumen der ehemaligen Bürgermeisterei
Winningen aus, bis die Verwaltung 1975 in das neue Verwaltungsgebäude in Kobern-Gondorf einzog. Zum Nachfolger Anton Gräfs berief der Verbandsgemeinderat 1981 den Kobern-Gondorfer Ortsbürgermeister Franz Dötsch. Seine Wiederwahl erfolgte 1991. Bemerkenswert: Der Rat der Verbandsgemeinde ermöglichte es Franz Dötsch, bis zu seinem 68 Lebensjahr als Bürgermeister für die Verbandsgemeinde zu wirken. Am 01. März 2000 hat Bruno Seibeld das Bürgermeisteramt übernommen. Er ist der erste Amtschef, der unmittelbar von den Bürgerinnen und Bürger berufen worden ist.
Wichtige Schwerpunkte in der politischen Arbeit stellen insbesondere die Schaffung und Fortentwicklung kommunaler Einrichtung dar. So ist die Verbandsgemeinde seit 1975 für das Schwimmbad in Winningen zuständig. 1979 wurde die Hauptschule Untermosel feierlich eingeweiht, die seit 1993 eine Regionalschule ist, auf der die Schüler die mittlere Reife erwerben können. Und natürlich sind nach und nach die Grundschulen in Burgen, Oberfell, Dieblich, Winningen, Kobern-Gondorf, Lehmen und Löf modernisiert worden. Eine
Besonderheit: Niederfell hat die Zuständigkeit für die dortige Grundschule behalten. Die Verbandsgemeinde lässt Raum für individuelle Lösungen. In den achtziger Jahren war man an der Untermosel mit der Einrichtung von zentralen Abwasserbeseitigungsanlagen beschäftigt; die Großkläranlagen bei Alken und Kobern-Gondorf wurden in Betrieb genommen. Schließlich hat die Verbandsgemeinde auch dafür gesorgt, dass unsere Feuerwehren effektiv arbeiten können.
Es bleibt festzuhalten: Die seit 1971 bestehenden Strukturen haben sich bewährt. Hiervon zeugt nicht zuletzt auch der Umstand, dass viele Menschen sich für unsere Verbandsgemeinde engagieren und sich mit ihr identifizieren.
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